ag.doc // Arbeitsgruppe zur Dokumentation von Diskriminierung und rechter Gewalt im Umfeld der Leipziger Fußballfanszene

Presseberichte zum 19. April 2009: Leipziger Internetzeitung

Veröffentlicht in Medienberichte von agdocdates am 21. April 2009

Fußball in Leipzig: Randale in niedrigster Spielklasse

Da stöhnen nun auch Leipzigs Polizisten – mit Recht. Denn nach Regionalliga und Oberliga muss die Leipziger Polizei nun auch in der niedrigsten aller Fußballverbandsklassen, der dritten Kreisklasse, tätig werden.
Da kam es nämlich am Sonntag, 19. April, gegen 13:00 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen etwa 50 „Fans“ der BSG Chemie und rund 20 Anhängern des FC Sachsen. „Diese hatten die Absicht, die hochklassige Partie zwischen Grün-Weiß-Miltitz und der BSG Chemie zu besuchen“, stellt die Polizei im Nachhinein trocken fest.
Doch beim Betreten des Sportplatzes in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße wurden die FC-Sachsen-Fans von den „Ultrafans“ der BSG Chemie angegriffen und am Betreten des Geländes gehindert. Dabei wurden Tische, Stühle und Gläser des Freisitzes der Gaststätte als Wurfgegenstände genutzt. Die Sachsenfans verließen daraufhin den Sportplatz.
Gegenüber der dann mit einem Großaufgebot herbeieilenden Polizei machten sie keine Ansprüche geltend und verzichteten, da sie nicht verletzt wurden, auf eine Anzeige. Und da die Chemiefans den entstandenen finanziellen Schaden umgehend beglichen, verzichtet auch der Gaststättenbetreiber auf eine Anzeige.
„Dennoch wurden von Amts wegen die Ermittlungen aufgenommen“, teilt die Polizei mit.
Leipziger Internetzeitung vom 20.04.2009

Eine Richtigstellung von BSG Chemie-Fans zu “Randale vor Fußballspiel“ am 19. April 2009
Redaktion

So schnell kann es also gehen. Die Polizei meldet etwas und alle melden mit. Diesmal auch die L-IZ.de. Heute widersprechen die Fans der BSG Chemie Leipzig vehement und schriftlich. Die Auseinandersetzungen am Sportplatz in Miltitz wären eindeutig von einer Gruppe von 20 Personen provoziert worden. Einer Gruppe, welche sich ua. aus den “Freien Kräften“ zusammensetzte.

So heißt es in der Gegendarstellung unter anderem: “wir … fordern gleichzeitig eine Richtigstellung der veröffentlichten Ereignisse auf der Onlinepräsenz der Sächsischen Polizei vom 20.04.2009, wonach eine Gruppe von ca. 50 Anhängern der BSG Chemie Leipzig am vergangenen Sonntag eine Gruppe von etwa 20 FC Sachsen-Fans vom Sportplatzgelände in Miltitz gejagt haben soll.“

Dicht gefolgt von der fast noch wichtigeren Meldung seitens der Chemie-Fans dazu: “Die Aggressionen richteten sich in keinem Fall gegen Anhänger des Regionalligisten, sondern ausschließlich gegen – der Polizei und Presse gewiss bekannte – Kader der Freien Kräfte Leipzig. Der Auftritt der regelmäßig gewaltbereit auftretenden Neonazis diente nur äußerst unwahrscheinlich dem Zweck, der Kreisklassebegegnung friedlich beizuwohnen. Vielmehr sollten die Fans der BSG Chemie gezielt provoziert und bedroht werden.“
Weiter heißt es nun seitens der aus Chemie Fans bestehenden “Arbeitsgruppe zur Dokumentation von Diskriminierung und rechter Gewalt im Umfeld der Leipziger Fußballfanszene“ zum Verlauf:
“Wiederholte Hinweise engagierter Chemie-Fans gegenüber den Neonazis, das Sportgelände zu verlassen, wurden durch die Provokateure ignoriert. Erst dann eskalierte die Situation und es kam zu Gewaltanwendung und damit verbundenem Sachschaden.“
Im Anschluss an den Vorfall, stellen sich die BSG Chemie Fans einige Fragen, nun unter anderem auch an die Leipziger Polizei, wenn es um Fußball in Leipzig geht:
Warum verlässt der eingesetzte Streifenwagen der Polizei nur Momente vor dem Eintreffen der Neonazis das Sportplatzgelände, obwohl dieser als Präventivmaßnahme vor Ort hätte bleiben müssen? Hätten die Provokateure so nicht frühzeitig identifiziert werden und eine Eskalation der Situation verhindert werden können?
Warum gibt die Polizei gegenüber Presse und Öffentlichkeit derart unkonkrete Informationen über die Provokateure weiter, obwohl ihnen nach erfolgter Überprüfung der beteiligten Personen zumindest Hinweise über deren Gewaltbereitschaft und ihre Speicherung in der Datei Gewalttäter Sport vorliegen müssten?
Welche sind die Beweggründe dafür, dass die politischen Dimensionen bei Auseinandersetzungen im Leipziger Fußball stets ausgeklammert und auf bloße Fußballgewalt (zwischen Vereinen und/oder rivalisierenden Fangruppen) reduziert werden?
Die Vorfälle am 3. Januar und 19. April 2009 veranschaulichen jedoch, dass Neonazikader wie die Freien Kräfte Leipzig die Rivalität im lokalen Fußball als Plattform für ihre Provokationen, Propaganda und Gewalt zu missbrauchen wissen.
Wir halten es für wichtig und notwendig, die aufgeführten Fragen in einem möglichst öffentlichen Diskurs zu beantworten. Dies erscheint uns besonders dringend, da eine undifferenzierte Darstellung der gesamten Situation zusätzlich schadet und das ohnehin schon schwierige Verhältnis zwischen allen beteiligten Parteien extrem belastet.
Wir appellieren weiterhin an die Polizei, sowie die lokalen Medien, sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst zu werden und fordern daher eine richtig gestellte, ausführlichere und differenziertere Wahrnehmung und Berichterstattung dieser Problematik.

Das Spiel der BSG Chemie Leipzig gegen SV Grün-Weis Miltitz 2 endete übrigens 5:0 für die BSG. Na immerhin etwas Freude an diesem Tag.

Leipziger Internetzeitung vom 21.04.2009

Presseberichte zum 19. April 2009: Leipziger Volkszeitung

Veröffentlicht in Medienberichte von agdocdates am 21. April 2009

Auseinandersetzung in 3. Kreisklasse: Chemie-Fans werfen mit Freisitz-Möbeln

Leipzig. Randale in der 3. Kreisklasse: Am Rande des Spiels zwischen Grün-Weiß Miltitz II und der BSG Chemie Leipzig sind am Sonntag gegen 13 Uhr ankommende Besucher am Sportplatz in der Ludwig-Jahn-Straße mit Tischen, Stühlen und Gläsern beworfen worden. „Etwa 20 Fans des FC Sachsen hatten die Absicht, das Spiel zu verfolgen“, sagte Polizeisprecher Sebastian Schmidt gegenüber LVZ-Online am Montag. BSG-Anhänger widersprechen dieser Darstellung.

Den Beamten zufolge wollten Chemie-Ultras die Fußballanhänger des Regionalligisten aus Leutzsch nicht bei ihrem Spiel dabei haben und hätten sie deshalb mit Möbeln eines angrenzenden Freisitzes beworfen. Verletzt wurde dabei niemand. Nach Polizeiangaben erstattete keiner der Beteiligten eine Anzeige. Auch der Gaststättenbetreiber ließ die Sache auf sich beruhen. Ihm sei der entstandene Schaden umgehend ersetzt worden. Die Ordnungshüter haben dennoch von Amts wegen die Ermittlungen aufgenommen.

Fans der BSG stellen den Vorfall anders als die Polizei dar. Bei den 20 „vom Platz gejagten“ Fans habe es sich keinesfalls um Anhänger des FC Sachsen gehandelt, heißt es in einer am Montag versendeten Mitteilung. Die Aggression habe sich vielmehr gegen „bekannte Kader der Freien Kräfte Leipzig gerichtet“. Der Auftritt von Neonazis bei einem Chemie-Spiel stelle eine „gezielte Provokation und Bedrohung“ dar.

Der Vorstand der BSG Chemie unterstrich der Mitteilung zufolge erneut, dass der Verein keine Vorbehalte gegenüber dem FC Sachsen hat. Fans beider Lager hätten erst vor zwei Wochen gemeinsam das Heimspiel gegen West 03 gesehen.

Chemie-Anhänger sind in den vergangenen Monaten mehrfach Opfer von Übergriffen geworden. Besonders brutal war ein Vorfall im Januar. Vor einem Hallen-Turnier in der Ernst-Grube-Halle waren BSG-Fans von einer Gruppe Maskierter angegriffen worden. Ein 22-Jähriger musste damals mit Verdacht auf Schädelbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden, ein 23-Jähriger verlor mehrere Zähne, wurde ambulant behandelt. Andere Besucher trugen Hämatome davon. Bereits damals vermuteten Beobachter, dass einige der Schläger der rechtsextremen Szene angehören. Die Chemie-Fans gelten dem linkspolitischen Spektrum zugehörig, der Schwerverletzte kam aus der Antifa-Szene.

Fußball wurde am Sonntag auch noch gespielt. Die Begegnung gegen Miltitz endete vor rund 400 Zuschauern 5:0 für Chemie. Vier Tore schoss allein Marko Babick.

nle, mro, LVZ-Online
LVZ-Online am 20.04.2009


Hooligan-Randale in 3. Kreisklasse

Jetzt gibt es schon in der niedrigsten Fußball-Liga massive Krawalle: Am Sonntag gerieten in der dritten Kreisklasse bei der Partie zwischen Grün-Weiß Miltitz und der BSG Chemie etwa 50 Fans von Chemie und 20 Anhänger des FC Sachsen aneinander, teilte die Polizei gestern mit. Ein Großaufgebot an Ordnungshütern musste zum Sportplatz in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße. „Die Sachsen-Fans wurden von den Ultras der BSG Chemie attackiert“, so Kriminaloberkommissar Sebastian Schmidt. Die Angreifer hätten mit Tischen,
Stühlen und Gläsern des Freisitzes geworfen. Die Sachsen-Fans blieben unverletzt, verzichteten auf eine Anzeige. Ebenso wie der Wirt, nachdem die Chemie-Hooligans den finanziellen Schaden beglichen hatten.

Quelle: LVZ vom 21.04.2009

Polizeibericht zum 19. April 2009

Veröffentlicht in Medienberichte von agdocdates am 20. April 2009

Randale vor Fußballspiel

Nach Regionalliga und Oberliga muss die Leipziger Polizei nun auch in der niedrigsten aller Fußballverbandsklassen, der dritten Kreisklasse, tätig werden. So kam es am gestrigen Tag, gegen 13.00 Uhr, zu einer Auseinandersetzung zwischen ca. 50 „Fans“ der BSG Chemie und ca. 20 Anhängern des FC Sachsen. Diese hatten die Absicht, die hochklassige Partie zwischen Grün-Weiß-Miltitz und der BSG Chemie zu besuchen. Beim Betreten des Sportplatzes in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße wurden die FC-Sachsen-Fans von den „Ultrafans“ der BSG Chemie angegriffen und am Betreten des Geländes gehindert. Dabei wurden Tische, Stühle und Gläser des Freisitzes der Gaststätte als Wurfgegenstände genutzt. Die Sachsenfans verließen daraufhin den Sportplatz. Gegenüber der mit einem Großaufgebot herbeieilenden Polizei machten sie keine Ansprüche geltend und verzichteten, da sie nicht verletzt wurden, auf eine Anzeige. Da die Chemiefans den entstandenen finanziellen Schaden umgehend beglichen, verzichtet auch der Gaststättenbetreiber auf eine Anzeige. Dennoch wurden von Amts wegen die Ermittlungen aufgenommen. (Schm)

Polizeidirektion Leipzig am 20.04.2009

Pressebericht vom 28. März 2009: Spiegel Online

Veröffentlicht in Medienberichte von agdocdates am 28. März 2009

Die geteilte Stadt

Von Christoph Ruf, Leipzig

Verrückte Fußballwelt: Die Fans von Lok und Sachsen Leipzig pflegen seit Jahren eine erbitterte Feindschaft – in einer Stadt, die nach hochklassigem Fußball lechzt. Nicht nur Nationaltorwart René Adler, gebürtiger Leipziger, sieht in der Gründung eines finanzstarken Retortenclubs den Ausweg.

Der „Fischladen“ im linken Szeneviertel Leipzig-Connewitz. Wer gerne Fußball schaut und Musik auch dann hört, wenn sie laut ist, fühlt sich hier wohl. Das Motto „Love football, hate racism“ prangt über dem Tresen des Veranstaltungszentrums, das Roter Stern Leipzig unterhält. Fußball wird beim Roten Stern auch aktiv gespielt – und das alles andere als schlecht. Seit der Gründung vor zehn Jahren haben die Ersten Herren einen rasanten Aufstieg von der 12. bis in die 9. Liga hinter sich.

Manchmal kommt es in Leipzig, wo am Samstagabend Deutschland gegen Liechtenstein 4:0 gewann, selbst in der 3. Kreisklasse zu Problemspielen. An diesem regnerischen Samstag prangt ein doppelseitiges Schwarzweiß-Plakat am „Fischladen“, das zur Mobilisierung innerhalb der linken Szene aufruft: Bei einem der nächsten Auswärtsspiele der 2008 neugegründeten Sachsen-Leipzig-Abspaltung BSG Chemie (12. Liga) wird mit Überfällen rechter Ultra-Gruppierungen gerechnet.

Ähnliche Plakate hat man hier in den letzten Monaten und Jahren auch bei Spielen von Roter Stern (9. Liga) und von Sachsen Leipzig (5. Liga) gesehen, deren Fanszenen ebenfalls links geprägt sind. In Sachsens größter Stadt liefern sich die rechte und die linke Szene immer wieder erbitterte Auseinandersetzungen – gerade auf den Fußballplätzen der Stadt.

Beim Ortsrivalen Lok Leipzig fühlt sich traditionell auch die rechte Szene wohl. Doch Vereinspräsident Steffen Kubald geht seit einigen Jahren entschiedener gegen Fanclubs wie die rechtsextremen „Blue Caps“ vor, die seither immer offener bei NPD- und Kameradschaftsveranstaltungen auftreten.

Und dennoch: Die Anhänger der beiden größten Leipziger Clubs sind sich so spinnefeind, dass die Stadt bei Aufeinandertreffen der beiden Clubs regelmäßig an die Szenerie bei Militärputschen in Südamerika erinnert. 2007 konnte nur ein Aufgebot von über tausend Polizisten verhindern, dass mehrere hundert Gewaltbereite aufeinanderprallten. An Weihnachten des gleichen Jahres kam die Polizei zu spät: Etwa 50, zum Teil mit Gaspistolen bewaffnete Vermummte, die nicht nur die Opfer dem Umfeld von Lok Leipzig zurechnen, stürmten eine Weihnachtsfeier der „Diablos“ im Vereinslokal von Sachsen Leipzig und verletzten dort Dutzende Fans.

Doch damit nicht genug: Sachsen Leipzig steht im zweiten Insolvenzverfahren binnen weniger Jahre, zum 1. April müssen sich die Spieler und Trainer Dirk Heyne arbeitslos melden, das Management arbeitet mit Hochdruck daran, die Saison dennoch zu Ende spielen zu können – ansonsten wird man den Verein wohl auflösen.

„Druck schadet dem Verein“

Schon in der kommenden Saison könnte Lokalrivale Lok wieder der Club Nummer eins in der Stadt sein. Und das, obwohl noch in der Saison 2004/2005 sieben Ligen zwischen den beiden Erzrivalen lagen: Nachdem der Vorgängerverein, der VfB Leipzig, zum zweiten Mal Insolvenz anmelden musste, gründeten die Fans den Club unter dem traditionellen Namen Lok Leipzig im Dezember 2003 neu und schrieben so das erste Kapitel einer Erfolgsgeschichte: Nach dem Neuanfang in der dritten Kreisklasse (11. Liga) übersprang der Club durch eine Fusion und den alljährlichen Aufstieg in die nächsthöhere Staffel sechs Ligen. Derzeit belegt der Club einen Spitzenplatz in der fünftklassigen Oberliga Nordost-Süd – als Aufsteiger, der sich vor der Saison keinen einzigen Neuzugang leistete. Während der Lokalrivale das Geld verprasste, setzte man bei Lok auf den eigenen Nachwuchs. Und hatte Erfolg.

Doch nun hat Präsident Steffen Kubald Blut geleckt. Nächste Saison möchte er in der viertklassigen Regionalliga spielen, wie er Spieler und Trainer über die Medien („Ich will wachrütteln“) wissen ließ. Zur großen Verwunderung von Trainer Rainer Lisiewicz. Die Situation, dass „Sponsoren irgendwas fordern und dadurch ein Druck aufgebaut wird, der dem Verein schadet“, kenne man in Leipzig ja zur Genüge, sagt Lisiewicz SPIEGEL ONLINE unter Hinweis auf die beiden Insolvenzen des VfB und die drohende zweite des Lokalrivalen Sachsen, „das war kontraproduktiv, man hätte das intern ansprechen können“. In einem anderen Punkt ist auch der Trainer ganz der Meinung des Präsidenten: „Wenn Lok die Rückkehr in den Profifußball schaffen würde, kämen ganz schnell 15.000 Zuschauer zu unseren Spielen, das schafft kein Retortenverein.“

Auch Lisiewicz hat am Montag den „kicker“ gelesen. Dort forderte der in Leipzig aufgewachsene Nationaltorwart René Adler angesichts der festgefahrenen Feindschaft zwischen Lok und Sachsen Leipzig einen kompletten Neuanfang in der Stadt: „Es wäre besser gewesen, einen unabhängigen Leipziger Verein zu gründen.“ Den „vielen neutralen Zuschauern“ in der Stadt müsse man eine neue Heimat bieten. Lisiewicz sieht das anders. Retortenvereine hätten nur im fußballerischen Niemandsland eine Chance. In Leipzig sei die Situation hingegen eher mit der in München vergleichbar: „Im Schatten von 1860 und den Bayern spielt Unterhaching auch keine Rolle.“

Auch Lisiewicz hat sich eine Karte für das Länderspiel gegen Liechtenstein gekauft – wie über 43.000 andere Fußballfans. Während beim Länderspiel gegen Norwegen in Düsseldorf große Lücken in der Arena klafften, ist die sportlich nicht sonderlich attraktive Partie gegen Liechtenstein seit Wochen ausverkauft. Das letzte Spiel von Sachsen Leipzig wollten an gleicher Stelle 2357 Menschen sehen.

Spiegel Online vom 28.03.2009

Presseberichte zum 3. Januar 2009: Leipziger Volkszeitung

Veröffentlicht in Medienberichte von agdocdates am 10. Januar 2009

Pressebericht zum 3. Januar 2009: Spiegel Online

Veröffentlicht in Medienberichte von agdocdates am 6. Januar 2009

Rangnick im Streit mit Waldhof-Anhang, erneut Überfall auf Fans in Leipzig

Ärger über Pfiffe: Hoffenheims Trainer ist nach dem Mannheimer Hallenturnier erbost, die Waldhof-Fans antworten mit einem offenen Brief. In Leipzig wurden erneut Fans brutal überfallen, eine Faninitiative vermutet politische Hintergründe. DFB hofft weiter auf Jugendtrainer Adrion. [...]

Die Leipziger Fan-Initiative „Bunte Kurve“ vermutet beim Überfall auf Fans der BSG Chemie Leipzig einen rechtsradikalen Hintergrund. Rund 45 Personen hatten am vergangenen Samstag etwa 50 bis 60 Chemie-Fans angegriffen, die auf dem Weg zu den Hallenkreismeisterschaften in Leipzig waren. Dabei wurden mehrere Fans verletzt. Einer der Verletzten, ein stadtbekannter Antifa-Aktivist und Anführer der Ultra-Gruppierung „Diablos“, musste stationär im Krankenhaus behandelt werden. Der Verdacht auf Knochenbrüche im Gesichtsbereich bestätigte sich jedoch nicht. „Die Angreifer trugen Totenkopf-Sturmmasken, beschimpften die Fans während ihres Angriffs immer wieder als ‘Juden’ und schrien ‘Töten’, heißt es in einer Presseerklärung der „Bunten Kurve“. „Dieses Ausmaß der Gewalt hat nichts mehr mit einer gesunden Rivalität unter Fangruppierungen zu tun“, sondern gleicht einem einseitig provozierten Bandenkrieg“, heißt es in der Presseerklärung weiter. Der Polizei liegen bislang keine Hinweise auf die Täter vor.

Im Dezember 2007 waren Fans des FC Sachsen Leipzig bei einer Weihnachtsfeier überfallen worden – die „Diablos“ haben sich mittlerweile vom Viertligisten abgewandt und unterstützen den in der 12. Liga neu gegründeten BSG Chemie (so hieß Sachsen Leipzig bis 1990). Nach Informationen der „Leipziger Volkszeitung“ ist nur einer der damaligen Angreifer ermittelt worden. Der 25-jährige Anhänger des Lokalrivalen Lok Leipzig wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.
[...]
ruf/sid/dpa

Auszug aus dem Artikel von:
Spiegel Online am 06.01.2009

Polizeibericht zum 3. Januar 2009

Veröffentlicht in Medienberichte von agdocdates am 3. Januar 2009

Fußballfans verprügelt

Vor dem Eingang der Ernst-Grube-Sporthalle an der Jahnallee (Zentrum-West) warteten heute Vormittag mehrere Fußballfans auf Einlass. Sie wollten ein Turnier mit Vereinen der Stadt Leipzig und des näheren Umkreises verfolgen – unter anderem trat eine Mannschaft der BSG Chemie Leipzig an. Deren Anhänger wurden gegen 8.45 Uhr zum Ziel von 20 bis 40 Maskierten, die plötzlich vor der Halle auftauchten und die Fans verprügelten. Ein 22-Jähriger musste hernach mit dem Verdacht auf einen Schädelknochenbruch in ein Leipziger Krankenhaus verbracht werden. Die Kopfverletzungen eines zweiten Geschädigten (23) konnten hingegen ambulant behandelt werden.
Nachdem die Polizei über Notruf von der noch laufenden Attacke erfahren hatte, machten sich umgehend Streifenwagen auf den Weg zur Sporthalle. Die Täter nutzten die kurze Zeitspanne bis zum Eintreffen der Beamten allerdings zur Flucht. Hierfür trennten sich die Gewalttäter und zerstreuten sich in verschiedene Richtungen.

Polizeidirektion Leipzig am 03.01.09

Pressebericht zum 08.12.2007 (Spiegel Online)

Veröffentlicht in Medienberichte von agdocdates am 9. Dezember 2007

HOOLIGAN-ATTACKE
Bewaffneter Überfall auf Leipziger Clubheim

Von Mike Glindmeier

Mit Totschlägern und Gaspistolen haben Unbekannte am Wochenende eine Weihnachtsfeier des FC Sachsen Leipzig angegriffen. Mehrere Menschen wurden verletzt, das Clubheim wurde zerstört. Ein Augenzeuge macht Fans des Stadtrivalen 1. FC Lok für den Angriff verantwortlich.

Leipzig – In Leipzig ist es in der vergangenen Nacht zu einem feigen Angriff gekommen. Gegen 22.30 Uhr stürmten zwischen 40 und 60 teilweise Vermummte eine Weihnachtsfeier von Fans des Oberligisten FC Sachsen Leipzig. „Die Angreifer warfen eine Rauchbombe in unser Vereinsheim und gingen mit Totschlägern und Gaspistolen auf die Besucher los. Sogar Frauen wurden mit Waffen bedroht“, sagte Matthias Gärtner zu SPIEGEL ONLINE. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs.

Der 35-Jährige war einer von rund 50 Besuchern, die an diesem Abend zu der Weihnachtsfeier des FC Sachsen gekommen waren, um friedlich zu feiern. Laut Gärtner mussten mehrere Besucher mit Platzwunden und Nasenbeinbrüchen behandelt werden. Die „Sachsenstube“ wurde bei dem Überfall komplett verwüstet. Laut Angaben des Betreibers entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Euro, zudem sei bei dem Überfall auch die Vereinskasse geklaut worden. Der Besitzer hat Anzeige erstattet.

Gärtner ist sich sicher, dass die Angreifer Hooligans des Stadtrivalen waren: „Ich habe einige bekannte Gesichter bei den Angreifern ausgemacht. Das waren Leute von Lok Leipzig.“ Obwohl der Überfall keine fünf Minuten gedauert habe, standen einige der anwesenden Gäste noch heute unter Schock: „Das waren gefühlte drei Stunden“, so Student Gärtner.

Die Anhänger des Landesligisten Lok und des FC Sachsen pflegen eine jahrelange Feindschaft. Beim letzten Derby zwischen Sachsens zweiter Mannschaft und dem 1. FC Lok verhinderten 800 Polizisten, eine Reiterstaffel und mehr als 70 Überwachungskameras Schlimmeres. Auf beiden Seiten hatten sich mehrere hundert Fans zu Gruppen zusammengefunden, um das gegnerische Lager anzugreifen. Es blieb aber bei zwei kurzen Schlägereien vor dem Spiel.

Ende Oktober war es rund um die Landesliga-Partie zwischen Dynamo Dresden II und Lok Leipzig zu Ausschreitungen gekommen. 1200 Beamte verhinderten, dass mehrere hundert Randalierer auf beiden Seiten aufeinander losgingen. Der Einsatz hatte über eine Million Euro gekostet.

Gewalt auch in Essen und Bochum

Auch in der Regionalliga Nord kam es am Wochenende beim torlosen Unentschieden zwischen den beiden Traditionsclubs Rot-Weiß Essen und Fortuna Düsseldorf zu Ausschreitungen. Weil Anhänger der Düsseldorfer in ihrem Block mehrfach Rauchbomben gezündet und Feuerwerkskörper auf das Spielfeld abgeschossen hatten, unterbrach der Schiedsrichter die Partie in der 75. Minute, schickte beide Mannschaften in die Kabinen. Erst nach rund zehn Minuten ging es weiter. Das traurige Ergebnis der Krawalle: Sieben Zuschauer und vier Ordner mussten behandelt werden, zwei Personen wurden sogar ins Krankenhaus gebracht.

„Das sind nicht unsere wahren Fans“, distanzierte sich Düsseldorfs Manager und Interimstrainer Wolf Werner. RWE-Präsident Rolf Hempelmann erklärte: „Uns ist von allen Seiten ein guter Ordnungsdienst bescheinigt worden. Wir haben alles unternommen, um solche Vorfälle möglichst zu verhindern. Ganz ausschließen lässt sich das aber nicht, wenn ein so hohes Maß an krimineller Energie im Spiel ist.“

Bei Ausschreitungen zwischen Polizei und Hooligans des Karlsruher SC während des Spiels beim VfL Bochum (2:2) wurden gestern drei Polizisten zum Teil schwer verletzt. Ein Beamter wird wegen eines Rückenwirbelbruchs im Krankenhaus behandelt. Die Polizisten, die vom Ordnungsdienst um Unterstützung gebeten worden waren, wurden brutal gegen den Kopf und Körper getreten. Zwei Tatverdächtige wurden anschließend festgenommen, ihnen wurde eine Blutprobe entnommen. Gegen beide wurden zudem Strafverfahren eingeleitet.

Mit Material vom sid
Spiegel Online am 09.12.2007